Am Anfang waren die ausgeschlachteten Kinderraeder...

Bei uns im Dorf wurden die Speedway-Raeder genannt und mit denen ballerten wir ueber Sandhuegel und selbstgebastelte “Sprungschanzen”. Dann kam ET und die BMX Raeder und es war klar, dass ich so ein Ding haben musste. Erstmal ein 200DM Komplettrad aus dem Supermarkt und langsam wurde das Geraet optimiert.

Irgendwann lernte ich Thomas Fritscher und Klaus Dyba ueber die Fanzine-Aktionen kennen, was bei mir einige Steine ins Rollen brachte (danke Jungs, Ihr wisst gar nicht was Ihr mit Eueren Heftchen angerichtet habt).

Zwischendurch bin ich auch ein paar Jahre geskated, kehrte aber mit einem gebrauchten Redline RL20II von Kay Clauberg zurueck ins Geschehen. Anfang der Neunziger brauchte Stephan Prantl Hilfe fuer seinen Shop in Koeln und daraufhin warf ich das Studium komplett in die Ecke, zog von Norddeutschland nach Koeln und arbeitete dort einige Jahre fuer BusyP und WTP-distribution. Koeln war der Hammer: BMX 24/7 und ich mittendrin.

How did the BMX-experience affected your life?
Ich habe mein Studium und meine Ausbildung ueber den Haufen geworfen, ne Menge guter Leute kennengelernt und und dabei auch Freundschaften fuers Leben geschlossen, kaputte Knochen und ein Peter Pan Syndrom das sich gewaschen hat. BMX hat einen wichtigen Teil dazu beigetragen mich zu der Person zu formen die ich heute bin und dafuer bin ich sehr dankbar.

Seit 2001 lebe ich mit meiner spanischen Frau in Madrid und betreibe meinen eigenen BMX-shop UrbanKat. Ich gehe noch immer mehrmals die Woche Raedchen fahren, was mir nicht nur physisch sondern auch psychisch grosse Befriedigung bereitet.
 
Ich kann nicht die ganze Welt veraendern, habe aber durch den shop und durch meine Einbindung in der spanischen BMX-Szene zumindest die Moeglichkeit die Kids und auch Entwicklung von BMX hier zu beeinflussen und zu zeigen, dass BMX viel mehr Facetten bietet als damit Geld zu verdienen, Sponsoren zu erhaschen, und Wettkaempfe zu gewinnen.
 
- Stefan Redinius 2009